DIE SPUKVERSICHERUNG
ALS HANDBUCH

FUNDUS THEATER |  THEATRE OF RESEARCH | Text: Sibylle Peters | Illustration: Eleanor Sommer | Konzept: Sylvia Deinert, Tine Krieg, Sibylle Peters, Christina Witz | Ein Handbuch zur Geistersuche

Ob es Geister gibt? Was sagst Du? Du sagst Nein, oder? Klar, so klein, bist Du ja auch nicht mehr.

Wir, die Spukversicherung, sagen allerdings was anderes. Wir sagen, das wissen wir nicht. Denn so oft diese Frage beantwortet worden ist, genauso oft ist sie wieder aufs Neue gestellt worden. Man wird mit ihr einfach nicht fertig. Das ist das Besondere an Geistern, dass man es niemals mit aller Sicherheit wissen kann. Sonst wären es ja keine Geister.

In unserer Gegend sagen die meisten Erwachsenen ja, dass es keine Geister gibt. Aber wenn man dann allein ist, dann spürt man sie womöglich doch. Und da hilft es einem gar nichts, dass es sie angeblich nicht gibt. Vielleicht wäre es besser, die Geister hätten ihr eigenes Haus, statt jede Nacht bei Dir unterm Bett NICHT zu existieren.

Mit unserem Handbuch zur Geistersuche wird es Dir möglich sein, die Geister zu finden, die in Deiner Umgebung herumspuken. Du kannst sie ganz oder teilweise einfangen, mit ihnen in Kontakt treten und sie schließlich wieder auswildern. Dabei wirst Du vieles über Deine Umgebung herausfinden und darüber wie man sich an bestimmten Orten fühlt. Selbst, wenn es die Geister nicht gibt. Wer weiß das schon.

Wir drucken einige Vorabexemplare – schnell bestellen für 15 Euro zzgl. Versandkosten!

post(ät)fundus-theater.de

Übrigens: Die Zeitschrift Ephemera hat 2019 eine Ausgabe mit dem Titel Ghostly Matters in Organization herausgegeben. Darin hat die Spukversicherung einen Forschungsbericht veröffentlicht!

ÜBER

FUNDUS THEATER | THEATRE OF RESEARCH | Eine interaktive Geistersuche für 2 Schulklassen

Was wäre, wenn wir an Geister glauben würden, so wie die Leute in Asien, deren Hausgeistern in kleinen Häusern vor den Häusern leben? Kindern fällt es nicht schwer, sich das vorzustellen, und so hat das FUNDUS THEATER vor sechs Jahren die Spukversicherung gegründet. Eine Versicherung für Schulen, in denen es spukt. Gemeinsam ziehen die Kinder der Schule und das Team der Spukversicherung los, um den Genius Loci, also Ortsgeister und die Geister der Institution zu finden.

Dutzende von Schulen weit über Hamburgs Grenzen hinaus sind von unseren Psychogeographen untersucht worden. Mehr als hundert Schulgeister wurden von Kindern gefunden, benannt und beschrieben. Sie alle wurden in Gläser abgefüllt und aus der Schule ins Theater transportiert, um dort in einer szenischen Séance befragt zu werden: Will und soll dieser Geist zurückkehren und sein eigenes Geisterhaus in der Schule erhalten? Die Geister haben über das Leben an der Schule viel zu erzählen: zum Beispiel der Geist, der in der Tafel wohnt und macht, dass man alles vergisst, sobald man vorne steht. Oder der arme Klogeist, der in fast jeder Grundschule in den Toiletten feststeckt, weil Er/Sie nicht entscheiden kann, ob er/sie ‚er’ oder ‚sie’ ist. Nicht zu vergessen die Traurige Muse, die in der Aula wohnt, in der jetzt immer zu Mittag gegessen werden muss.

Nach sechs Jahren kam die Spukversicherung zum Spielzeitbeginn an einen Wendepunkt:

Noch einmal zog das Team aus – dieses Mal in die Grundschulen Sternschanze, Erich-Kästner-Schule und Burgunderweg. Dann wurden erstmals Kinder der Erich-Kästner-Schule selbst als Spukversicherungsteam ausgebildet. Und das neue Team der Versicherung musste sofort in den Einsatz: Die Angestellten des Museums für Kunst und Gewerbe brauchten ihre Hilfe, um die Geister des Museums zu finden. Denn wie jeder weiß, spukt es da ganz gewaltig. Nach erfolgreicher Geistersuche konnten die Geisterhäuser anschließend in der Ausstellung „Mobile Welten“ besucht werden.

TEAM

Gyde Borth, Sylvia Deinert, Tine Krieg, Hanno Krieg, Sibylle Peters, Christopher Weymann

MUSEUMSGEISTER

Welche Geister die Angestellten des Museums für Kunst und Gewerbe gefunden habe, findet ihr im Film in unserer Mediathek.

FOTO: MARGAUX WEISS