Club der Autonomen Astronaut*innen II: Der Corona-Planet

Liebe Kinder, liebe Freund*innen und Kolleg*innen, liebe Familien,

auch das FUNDUS THEATER bleibt für diese Spielzeit geschlossen, weil wir mithelfen wollen, die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern. In den letzten Wochen haben wir unter dem Motto „Wir spielen Zuhause“ Spielanleitungen gepostet, und wir haben uns vorgestellt: Jedes Mal, wenn ihr eins der Spiele spielt, war unser Theater in Eurer Wohnung – ein bisschen jedenfalls. Viele von Euch haben uns ganz tolle Fotos und Videos zurückgeschickt!

Aber unser Theater ist ja auch eine Forschungsstation. Und Forschung wird jetzt dringend gebraucht. Vieles hat sich völlig verwandelt: Anfassen, Leute treffen, Zuhause sein, Schule und Lernen. Die Luft ist sauberer und niemand kauft mehr Erdöl. Natürlich ist es eine große Chance für Forscher*innen, wenn alles plötzlich anders ist. Hättet Ihr jemals geglaubt, dass so etwas passieren könnte? Wir auch nicht! Was überrascht Euch am meisten?

Manchmal kommt es uns vor, als wären wir wieder in unserem Club, dem Club der Autonomen Astronaut*innen: Als hätte sich das Theater in ein Raumschiff verwandelt, das auf einem neuen Planeten gelandet ist, einem gefährlichen Planeten.

VIDEO LOGBUCH 1: DAS THEATER ALS RAUMSCHIFF
VIDEO LOGBUCH 2: Der Corona Planet der Grundschule Jenfelder-Straße, Hamburg
VIDEO LOGBUCH 2: Logbuch 3 - Vernacular Art Space in Iwaya, Lagos

Expeditionen in Schulen

Wir teilen die Sorge der ASSITEJ, der Kinder und Jugendärzt*innen und vieler von Euch, dass die Perspektive der Kinder in dieser Krise oft zu kurz kommt. Gern würden wir uns persönlich erkundigen, wie es Euch geht und was Ihr über den Corona-Planeten schon herausgefunden habt. Natürlich mit Abstand und allem Drum und Dran. Wie Ihr in unserem Video seht, haben wir uns Stimmungs-Schutzmasken und Raumanzüge gebaut und zusammen mit DJ Waxs viel über Afrofuturismus gelernt. So ausgerüstet, gehen wir jetzt auf Expedition. Wenn wir auch bei Euch in der Schule vorbeikommen sollen, ruft uns an oder schreibt uns eine E-Mail. Dann könnt Ihr die Raumanzüge ausprobieren und mit uns ein kleines Abstandstraining machen. (Hygiene-Konzept auf Anfrage!)

Außer der Frage, wie man sich mit zwei Meter Abstand etwas zuflüstern kann, finden wir am Corona-Planeten eins besonders interessant:

Im Unterschied zur alten Erde haben auf dem Corona-Planeten alle mit demselben Thema zu tun. Wir merken, dass wir alle miteinander verbunden sind, überall auf der Welt und ganz körperlich. Deshalb haben wir den Moment genutzt, eine Kooperation mit dem Vernacular Art Space in Iwaya zu beginnen. Iwaya ist ein Stadtteil von Lagos in Nigeria. Wir wollen Kinder und Erwachsene hier und dort ins Gespräch bringen. Denn vieles ist jetzt ähnlich, manches auch nicht: In Iwaya wird das Essen knapp, in Eilbek nicht. Mit unserer Kooperation wollen wir Familien dort helfen und hören, welche Erfahrungen Kinder hier und dort mit der Krise machen.

Anmeldungen und Fragen über post(ät)fundus-theater.de

Corona, Klima und Generationengerechtigkeit

Spannend ist auch, dass auf dem Corona-Planeten die Luft viel sauberer ist, und dass Öl kaum etwas wert ist. Die Kinder und Jugendlichen von Fridays for Future freuen sich, dass wegen Corona die Klimaziele für 2020 erreicht werden. Aber sie fürchten auch, dass das schnell wieder vergessen sein wird. Gemeinsam mit Kampnagel veranstalten wir deshalb online ein Gespräch zwischen Luisa Neubauer von Fridays for Future, Jim Anton (13 Jahre, FFF) und der Klimarechtlerin Roda Verheyen. Gemeinsam fragen wir nach der Generationengerechtigkeit in Sachen Zukunft: In der Corona-Krise gab es viel Solidarität für die ältere Generation. Wie sieht es mit der Solidarität für die junge Generation aus, für die die Klimakrise noch gefährlicher ist als Corona? Das Gespräch ist zugleich der Auftakt unserer Reihe Transgeneratoren, in die wir das für Mai geplante Transgeneratoren-Festival verwandelt haben.

Eine Klasse für sich!

Ende Mai sollten wir eigentlich mit PLAYING UP beim Theater der Welt Festival in Düsseldorf sein, - aufgeschoben, nicht aufgehoben! Die Planungen für die nächste Spielzeit laufen und schon jetzt wissen wir, Corona wird noch nicht ganz vorbei sein. Wir planen deshalb für den Beginn der Spielzeit Aufführungen für jeweils nur eine Gruppe in der Reihe EINE KLASSE FÜR SICH.

Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen!