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ÜBER

FUNDUS THEATER I THEATRE OF RESEARCH ●  Wir sollen uns ruhig verhalten, nicht die Treppen runter rennen, nicht das Geschirr zerschmeißen, nicht zuviel Zucker essen, nichts an die Wände schreiben, uns nicht selbst verletzen, nicht vom Beckenrand springen, nicht rumschreien, nicht das Kleid schmutzig machen und immer den Müll rausbringen. Wir sollen nichts kaputtmachen. Soviel ist klar. Stattdessen sollen wir vernünftig und kreativ und produktiv und sicher sein. Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Seltsam ist nur, dass um uns herum ständig alles mögliche kaputt gemacht wird, während wir versuchen uns gut zu benehmen. Das ist nichts Neues. Schlaue Leute haben schon vor geraumer Zeit bewiesen, dass Zerstörung ein zentraler Bestandteil des Systems ist, in dem wir leben.
Ohne Zerstörung funktioniert es nicht. Allerdings wird diese Art von Zerstörung oft anders genannt: zum Beispiel Wachstum, Innovation oder Schutz. Ja, selbst der Schutz gegen Zerstörung kann manchmal zerstörerisch sein. Was uns zu einigen wichtigen Fragen bringt:
Warum dürfen wir nichts kaputtmachen, andere aber schon?
Wer entscheidet, was Zerstörung ist und was nicht?
Wer hat die Lizenz zur Zerstörung und warum?

Um solche Fragen zu klären, gründen wir die Akademie der Zerstörung. Sie besteht aus sechs Kindern und sechs erwachsenen Künstler*innen als gleichberechtigten Mitgliedern. Im Mai 2018 werden die zwölf Akademiemitglieder im FUNDUS THEATER zusammenkommen, um vier Tage lang ihre Erfahrungen, Praktiken und Konzepte von Zerstörung zu teilen, erproben und diskutieren. Die Sessions der Akademie sind öffentlich, die Bühne wird zu einem Labor der kreativen Zerstörung. Besucher*innen können aber auch die Bibliothek der Akademie durchstöbern und Filme und Dokumente zu Zerstörung in der Geschichte der Performancekunst anschauen. Oder gleich selbst Mitglieder werden und – beraten durch das Team der Akademie – ihre eigenen Forschungsprojekte in Sachen Zerstörung entwickeln.

Gemeinsam erarbeiten Kinder und Erwachsene im Laufe der Akademie ein Videomanifest der kreativen Zerstörung, denn geben wir es zu: Kinder und Erwachsene teilen die Lust an der Zerstörung – von Feuerwerk bis zum Zerrockern von Gitarren auf der Bühne. Mal ehrlich, wer hat noch nie den Impuls verspürt, sein Handy gegen die Wand zu werfen, oder das der Eltern? Gerade in der Performancekunst wird von Beginn an mit Zerstörung experimentiert. Vielleicht gelingt es uns also mithilfe der Kunst, Zerstörung in einem anderen Licht zu sehen: Weg von Gewalt, Hass und Wut, stattdessen Zerstörung als vielfältiges Geschehen, das zum Leben dazugehört und schön sein kann und sogar sanft – so wie das langsame Zusammenkehren eines Mandalas aus Sand.

Als erwachsene Mitglieder der Akademie werden Künstler*innen eingeladen, die Expert*innen für Zerstörung sind. Auch unter Kindern und Jugendlichen gibt es solche Expert*innen. Um sie zu finden, bietet das FUNDUS THEATER Workshops für Schulklassen an, in denen wir uns mit der Geschichte der Zerstörung in der Kunst beschäftigen: von Raphael Montañez Ortiz’ Klavierzerstörung (1960) bis zu Michael Landys berühmter Kunstwerkzerlegung (Break Down 2001) – natürlich mit praktischen Übungen! 

26 Minuten 'In Favour Of Destruction'
SAVE THE DATE

24. bis 27. Mai 2018

WORKSHOP

11. bis 13. Dezember 2017

Workshops für sechs Schulklassen der Stufen 5 bis 7 sind hier zu buchen:
post(ät)fundus-theater.de

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